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Verwaltungsgemeinschaft Rottenbuch - Böbing  |  E-Mail: info@rottenbuch.de  |  Online: http://www.rottenbuch-boebing.de

Pfarrkirche

Öffnungszeiten:
im Sommer 8Uhr - 20Uhr
im Winter 8Uhr - 16Uhr
Pfarrkirche Rottenbuch

Die ehemalige Stiftskirche und heutige Pfarrkirche Mariä Geburt ist das wertvollste Kulturdenkmal Rottenbuchs.
Sie ist die Mitte und an diesem Ort schlägt das Herz Rottenbuchs seit mehr als 900 Jahren.

Hier manifestiert sich der Glaube unserer Heimat, der seit 1000 Jahren durch alle Zeiten weitergetragen wird und den auch die Ereignisse der Säkularisation, sofern dies gewollt war, nicht zum Absterben bringen konnten. Jetzt ist er uns anvertraut und seine Weitergabe ist das Erbe des Augustinerchorherrenstiftes, das wir als Rottenbucher angetreten haben.

Im Zuge der Klostergründung errichtet man schon bald nach 1085 westlich des bestehenden Altenmünstern eine romanische, flach gedeckte, dreischiffige Basilika mit Querschiff und westlicher Vorhalle.

Während der Regierungszeit von Probst Georg Neumair (1431-1472) erneuerte ein Meister Hansen genannter Baumeister den Chor und die Querschiffskapellen.

Mauerpartien der romanischen Kirche wurden einbezogen und mit Kreuzrippengewölben versehen. Anschließend wurde das Langhaus ebenfalls unter Verwendung der bestehenden Bausubstanz neu gebaut (1477). Vollendet wurde die Ausstattung in den letzten beiden Jahrzehnten des 15. Jh.

Vom spätgotischen Hochaltar ist die Muttergottesfigur erhalten, ein Werk des Meisters der Blutenburger Apostel von 1480. Sie steht heute am Augustinusaltar der Pfarrkirche und ist nich nur durch ihren hohen künstlerischen Rang, sondern auch durch ihre würdevolle Ausstrahlung ein viel verehrtes Gnadenbild für alle, die Maria zu ihrer Fürbitterin erwählt haben.

Die Kirche zeigt sich heute als dreischiffige, kreuzförmige Basilika mit freistehendem Glockenturm. Sie ist durch den romanischen Grundriss und die architektonischen Proportionen der Gotik bestimmt.

Durch Umgestaltung des Innenraums sowie durch eine neue Ausstattung wurde die Stiftskirche dem Rokoko angepasst.

Romanik, Gotik und Rokoko - selten sind sie so verschmolzen wie in Rottenbuch.

Die Stiftskirche Mariä Geburt ist ein Album der Geschichte Rottenbuchs, denn in ihr hat jede Zeit eine Spur hinterlassen.

Ausschlaggebend für das heutige Erscheinungsbild sind die Umgestaltungsmaßnahmen unter den Pröpsten Patritius Oswald (1700-1740) und Clemens Prasser (1740-1770). Die Künstler kamen durchwegs aus der Umgebung, nach dem Motto: Wenn schon Kunst für das Volk, dann auch Künstler aus dem Volk!

Sie waren auch große Könner und Meister in ihrem jeweiligen Bereich.

Für die gesamte architektonische Planung und Ausführung und als Stukkateure konnten die Wessobrunner Joseph Schmuzer und sein nicht weniger begabter, genialer Sohn Franz Xaver gewonnen werden. Sämtliche Fresken sind ein Werk des Hohenpeißenbergers Matthäus Günther.

Die Chorherren von Rottenbuch, welche die Gnadenstätte auf dem Berg betreuten kannten ihn schon seit seiner Ministrantenzeit und hatten ihn gefördert.

Franz Xaver Schmädl aus Weilheim erhielt den Auftrag als Bildhauer und für die Entwürfe und die Gestaltung der Altäre.

Die Steinmetzarbeiten und die Verlegung der Fußböden lagen in der Hand von Anton Sturm aus Füssen, der auch den herrlichen Taufstein schuf.

Die Orgeln baute Balthasar Freiwiß aus Aitrang.

Der Böbinger Georg Pröbstl und der Schönberger Georg Fischer fertigten die Beichtstühle und die Kirchenbänke.

Chronik der Renovierung

  • 1712/13 Kirchengestühl und Beichtstühle
  • 1716 hochbarocker Stephanusaltar
  • 1737 28.03. Beginn der Arbeiten zur Neugestaltung der Stiftskirche
  • 1739 Fertigstellung von Chor und Querschiff
  • 1740 03.09. Tod von Propst Patritius Oswald
  • sein Nachfolger Propst Clemens Prasser setzt das Werk fort
  • 1741 Sommer Beginn der Arbeiten am Langhaus
    Weitere Fertigstellungen:
  • 1743 Kanzel
  • 1744 Stuck und Fresken im Langhaus
    Bekrönung über dem Chorgestühl
  • 1745 Taufstein mit Rokokogitter
  • 1745/45 sechs Seitenaltäre im Langhaus
  • 1746/48 Orgel und Chororgel in der Vierung
  • 1749/52 Hochaltar
  • 1758 Johannesaltar im südlichen Querschiffarm
  • 1777 neue Vorhalle mit Katharinenkapelle

Die Kosten der Umbaumaßnahmen der Jahre 1741 bis 1757 beliefen sich auf 15.288 fl. Diese Kosten trug allein das Kloster, das bis an die äußerste Grenze der finanziellen Belastbarkeit ging, ohne eine Sonderabgabe oder gar Frondienste von den Hofmarksuntertanen zu verlangen.

1803 hatte die Stiftskirche mit der Aufhebung des Augustinerchorherrenstiftes ihre Stellung als Klosterkirche verloren. Nach dem Willen des Aufhebungskommissars sollte sie abgebrochen werden. Die Bevölkerung von Rottenbuch und die ehemaligen Chorherren mit dem Propst Herkulan Schwaiger (1798-1803) bemühten sich mit Erfolg, um diesem barbarischen Zerstörungswerk Einhalt zu gebieten.

Am 23.10.1803 entschied ein höchstes Reskript, dass die Klosterkirche ihrer vorzüglichen Bauart wegen Pfarrkirche werden sollte.

So konnte gerade noch das Schlimmste verhindert werden. Der Aufhebungskommissar versuchte selbst danach noch, die Seitenschiffe abreißen und nur das Mittelschiff stehen zu lassen.

Der kostbare Silberschatz der Kirche war schon in den Jahren 1797 bis 1801 konfisziert und abgeholt worden.

Nach dem 28. März 1803 versteigerte die Aufhebungskommission wertvollste Kirchenschätze, Kreuze, Kelche, Monstranzen, Reliquienbehältnisse und prächtigsten Ornat für wenig Geld vor Ort oder ließ sie sofort nach München bringen.

Geistliche aus Tirol erwarben die viel verehrten heiligen Leiber vom Hochaltar und den Seitenaltären für die Kirchen. 1977 konnte die Pfarrei Mariä Geburt die Reliquienschreine der heiligen Primus und Felicianus zurückkaufen und am 17. Juli wieder an ihrem angestammten Platz am Hochaltar aufstellen.

Der schwerste Schlag für die Gesamtwirkung der Rottenbucher Kirche war die Entfernung des Johannes-Altars im südlichen Querschiff und der beiden westlichen Pfeileraltäre des Langhauses, St. Antonius und St. Michael.

Ihren neuen Platz erhielten alle drei Altäre in der Pfarrkirche von Peiting, auf Betreiben des Peitinger Pfarrers, einem ehemaligen Rottenbucher Chorherren.

Im südlichen Querschiff wurde die Sakristei eingerichtet.

Altäre, Stuck, Putten, Figuren, Bilder - die ganze reiche, kostbare Ausstattung der Rottenbucher Kirche hat nur ein Ziel:

Sie will zur Verherrlichung Gottes beitragen und ein Stück Himmel auf dieser Erde sichtbar machen. Der Freskenzyklus von Matthäus Günther erzählt in 20 Bildern entscheidende Stationen aus dem Leben des Heiligen Augustinus. Der Lebensweg dieses Heiligen wird uns als der Heilsweg seiner Seele zu Gott vorgestellt. Augustinus ist der suchende Mensch, dessen ganzes Leben auf ein Ziel ausgerichtet ist, auf Jesus Christus. Im Tod, als dem Hinübergang zu Gott, findet seine Sehnsucht die Erfüllung.

Die Kirche ist der Versammlungsort der Gläubigen, hier feiern wir zusammen die Liturgie und die Eucharistie. Mittelpunkt der Kirche ist deshalb der Hochaltar, wo im Tabernakel Christus eucharistisch gegenwärtig ist.

Der Hochaltar ist eine der großartigsten Schöpfungen von F.X. Schmädl:

Er zeigt uns am Beispiel der Geburt Mariens die Gnade, die von Gott über diese Welt ausgegossen wird.

Der thronende Gott Vater schenkt das Leben und weil ohne ihn kein Leben sein kann ist jeder Mensch von Gott gewollt. Wir alle sind Wunschkinder Gottes.

 

 

Nehmen Sie diese Botschaft der Rottenbucher Kirche Mariä Geburt in sich auf:

Nur wenn Sie diese Raumschöpfung als Gotteshaus, nicht als Museum,

auf sich wirken lassen, werden Sie die Pracht und die Schönheit

dieser Kirche verstehen und als Glaubensverkündigung begreifen können.

Nehmen Sie sich die Zeit für ein Gebet, dann wird unsere Kirche

auch Ihnen zum Geschenk - wie so vielen Menschen im Lauf der Jahrhunderte!

 

 

Kirchturm

Weithin sichtbar mit seiner stattlichen Höhen von 67m ist der Kirchturm das Wahrzeichen von Rottenbuch. Freistehend, als Campanile, erhebt er sich über einem Tuffsteinquadersockel von 8,50m Seitenlänge.

Zwischen 1085 und 1125 erbauten die Chorherren die romanische Klosterkirche und den Turm. Brandkatastrophen in den Jahren 1264 und 1332 legten das Stift in Schutt und Asche, doch der Turm blieb vom Feuer offensichtlich verschont.

Jedoch am 13. Juli 1417 um 9 Uhr abends stürzte plötzlich der Glockenturm des Münsters in sich zusammen. Er begrub unter sich die sechs Glocken und zerschmetterte im nördlich angebauten Marstall fünf Reitpferde.

Die Inschrift auf der Turmsüdseite meldet die Vollendung des Turmneubaues:

Anno dni-mccccxxxix edificata est hec turris p.venerabile.prem.et dom. georgium newmair ppositu.huius cenobii.

1439 hat der hochwürdigste Propst dieses Klosters, Georg Neumair, diesen Turm erbaut.

Mit dem Neubau des Stiftes und der Renovatio der Stiftskirche war für diese eine Doppelturmfassade geplant, die jedoch nicht zur Ausführung gelangte.

Der Turm erhielt 1759 ein neues großes Uhrwerk, das mit einem Doppelschlagwerk viertel, halbe und ganze Stunden kundtut.

Diese Uhr machten Thomas und Johannes Gg. Baarensteiner aus Seeg.

Das Uhrwerk kaufte nach der Säkularisation die Gemeinde und ersetzte die noch funktionstüchtige Uhr erst 1980 durch eine elektrische Anlage.

340 Jahre wurde der Turm von einem gotischen Satteldach bedeckt, bis dies 1780/81 abgenommen und durch den gewaltigen Kuppelhelm ersetzt wurde. Ihn krönt ein Obelisk, der die vergoldete Kugel hält, auf der weithin sichtbar ein Kreuz (3,5m hoch) in den Himmel ragt.

Den Turmumbau führte Franz Joseph Bader, der letzte Rottenbuchische Klosterbaumeister, aus.

An allen vier Turmseiten sind Zifferblätter für die Anzeige der Stunden angebracht. Nur an der Südseite befindet sich ein zusätzliches Zifferblatt für die Minuten und eine Sonnenuhr (MEZ, nicht Sommerzeit!).

1815/16 lässt die Pfarrgemeinde die Turmmauern und die Kuppel ausbessern. 1834 wird auf königlichen Erlass die Hälfte der Turmkuppel mit 50 Zentner neuem gewalzten Kupfer neu gedeckt.

Das nationalsozialistische Dritte Reich ließ überall die Glocken von den Türmen holen und einschmelzen. In Rottenbuch hatten sie nur die kleine Glocke belassen, die sich heute noch als einzige Bronzeglocke auf dem Turm befindet.

Heute sind 7 Glocken auf dem Turm.

Das jetzige Geläut von 1947 besteht aus sechs Gussstahlglocken (b-des-es-ges-as-b) und hat ein Gesamtgewicht von 9000kg, allein die größte Glocke wiegt 3600kg.

Nähere Informationen unter http://www.pfarrei-rottenbuch.de/ oder Mariae-Geburt.Rottenbuch@erzbistum-muenchen.de

Videos zur Pfarrkirche finden Sie unter http://www.youtube.com/watch?v=bmjwAfBpYVA

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